Unterwegs mit dem Hausboot in der Bretagne

Reisebericht & Streckenbeschreibung: von Dinan nach Messac

Magische Orte mit viel Blumenschmuck

Im Herbst eine Reise mit dem Hausboot in der Bretagne zu planen ist wettermäßig schon ein Risiko, aber wir hatten Glück. Unser Boot: die Salsa von LeBoat lag in Dinan und wir mussten das Boot nach Messac bringen. Wir sind mit 2 Autos gekommen, haben uns in Messac getroffen um ein Auto dort stehen zu lassen. So konnten wir den Autotransfer selbst organisieren.

Die Wasserstraßen

  • Der Canal d`Ille-et-Rance ist ein 85 km langer Verbindungskanal zwischen St. Malo und Rennes. Auf der Ille-Seite gibt es einen Höhenunterschied von 25 Metern, der durch 20 Schleusen ausgeglichen wird. Auf der Rance-Seite sind es 28 Schleusen, die einen Höhenunterschied von 63 m ausgleichen. Die Scheitelstrecke ist in der Nähe des Örtchens Hédé. Den Kanal passieren im Jahr nur ca. 1000 Schiffe.
  • Die Vilaine ist auf 139 km schiffbar. Es gibt nur 15 Schleusen. Schon 1542 führ das erste Schiff von Redon nach Rennes. In Rennes ist der Kanal mit der Vilaine verbunden.

Schleusenfans kommen auf ihre Kosten

Auf der ersten Hälfte unserer Hausbootreise waren wir auf dem Canal d’Ille et Rance unterwegs. Dieser hat ziemlich viele Schleusen, die aber alle von einem Schleusenwärter bedient werden. Dadurch ist eine zügige Passage gewährleistet. Am ersten Tag haben wir 13 Schleusen geschafft und es war nicht besonders anstrengend. Die Schleusenwärter sind oft für 2 – 4 Schleusen zuständig, deshalb hieß es nach der Schleusenpassage „à plus tard“. Er schwang sich auf das Fahrrad und erwartete uns an der nächsten Schleuse schon mit offenem Schleusentor.

Die Schleusentreppe von Hédé mit 11 Schleusen

Passage am Sonntag mit vielen Zuschauern – Zufällig an einem Sonntag sind wir an der Schleusentreppe angekommen. Nach 3 passierten Schleusen kamen wir in ein breites Bassin und sahen dort das erste Hausboot – es machte unsere Einwegfahrt in der entgegengesetzten Richtung.

Im Schleusenwärterhaus „La Madeleine“ gibt es ein Museum mit einer Ausstellung „Canal d’Ille et Rance“, die die Geschichte des Kanals, das Leben der Flussschiffer und der Schleusenwärter zeigt . Leider hatten wir keine Zeit, denn es war schon Nachmittag und wir wollten unbedingt die gesamte Schleusentreppe passieren.

Rennes – die Hauptstadt der Bretagne

An der ersten Schleuse in Rennes fragten wir den Schleusenwärter, wo wir am besten anlegen sollen, um einen Stadtrundgang zu machen. Er war sehr hilfsbereit und hat uns geraten, wegen des Lärms nicht über Nacht in der Innenstadt anzulegen.

Ein Stadtrundgang in Rennes

Vom Anleger in der Stadt sind es nur ein paar Schritte zum Stadtzentrum. Wir schlendern durch die Stadt. Trotz Nieselregen genossen wir diesen Spaziergang sehr. Wir besichtigten die Kathedrale Saint-Pierre, wir kamen am Parlament und am Rathaus vorbei. Im Tourismus Büro holten wir uns einen Stadtplan. Dort lernten wir einiges über die Feuersbrunst, die 1720 die Stadt zerstört hat.

Es lohnt sich einen ganzen Tag einzuplanen, dann kann man noch das Bretagne-Museum und das Parlamentsgebäude besichtigen. Wir hatten durch das regnerische Wetter – immer mit Regenschirm dann doch keine Lust mehr. Wir haben den Rat des Schleusenwärters befolgt und sind aus der Stadt hinausgefahren. Nach einer Schleuse kam schon ein schöner Anlegeplatz.

Die Vilaine

Auf der Vilaine war es nun doch etwas entspannter – denn es gibt deutlich weniger Schleusen als in den ersten Tagen. Der Fluß ist sehr ruhig und träge, also für Hausboot Kapitäne sehr einfach zu befahren. Schöne Landschaft rechts und links.

Pont Réan – schon von Weitem sieht man die imposante Brücke mit zahlreichen Bögen. Diese Schieferbrücke stammt aus dem Jahr 1767. Davor stand dort eine alte römische Brücke aus Holz und Stein. Im Mittelalter verhalf der Brückenzoll dem Ort  Pont-Réan zu guten Einnahmen.

Mühle von Boel – ein weiteres Kleinod auf der Strecke ist diese Mühle. Seit 1935 ist die Mühle nicht mehr in Betrieb. Es gibt dort 2 Restaurants und im Sommer ist sie ein beliebtes Ausflugsziel der Bewohner von Rennes.

Noch 4 weitere Schleusen bis Messac und unsere Hausbootreise war leider schon beendet.

Fazit

Auf dieser Strecke sollte man Schleusen lieben. Die Schleusenpassage ist entspannt, weil es überall Schleusenwärter gibt, die Zeit haben. Es gibt ausgesprochen wenig Hausboot-Verkehr.  Für Rennes sollte man sich einen Tag Zeit nehmen. Viel Ruhe, schöne, grüne Landschaft, viele Blumen an den Schleusen, schöne Fachwerkhäuser, kulturelle Höhepunkte in Rennes, freundliche und hilfsbereite Schleusenwärter…

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