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Gerlinde Ruff Karin Kneissl
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Kalender
Reiseberichte | Der kanalisierte Doubs
 

Von Dole nach Besancon
5 Frauen, 2 Männer - eine tolle Osterreise


Start / Ziel

Dole - Besancon - Dole

Schleusen

46

KM

120

Besonderheiten

Der kanalisierte Doubs ist ein traumhaft schönes Revier - mal Fluss mal Kanal - durch Tunnels und an Wehren vorbei....


Karfreitag 18.4.03

Treffpunkt Dole um die Mittagszeit: 2 Besatzungsmitglieder sind mit dem Rucksack in einem schönen Lokal in der Altstadt nähe der Bootsübernahme-Basis. Franziska und Gerlinde waren schon 5 Tag wandern auf dem Jakobsweg und sind mit dem Zug angekommen. Da alle an diesem Lokal vorbei müssen, um an die Basis zu kommen, ist das ein idealer Treffpunkt. Ein Teil der Crew geht einkaufen, der Rest übernimmt das Boot und erhält die Einweisung - das Personal von Nicols ist sehr nett und macht die Einweisung in deutsch.

Das ist unser Boot: Nicols 1170

Wir kommen dann doch später los als geplant und schaffen genau 2 Schleusen bis zum abendlichen Anlegen. Der kleine Ort heisst Rochefort-sur-Nenon

Ostersamstag 19.4.03

Die Anlegestelle war gut gewählt, denn in diesem kleinen Ort gibt es einen kleinen Laden. Dort haben wir frisches Baguette und auch die vergessene Zahnbürste von Elke geholt. Nach einem gemütlichen Frühstück geht es gestärkt weiter - die Crew spielt sich langsam ein. Wie immer ist Dorothea am Springen, wenn eine Schleuse kommt und die "Neulinge" machen sich auch mit den notwendigen Handgriffen vertraut. Bis Mittag schaffen wir immerhin 4 Schleusen - die Landschaft ist sehr schön. Schmale Kanalteile wechseln sich ab mit breiten Flußteilen - manchmal sieht man eine Mauer im Wasser, die den Kanal abtrennt. Auf dieser Strecke ist es schon notwendig, dass man ab und zu in die Karte schaut und die Fahrrinne beachtet .

Mittagspause machen wir zwangsweise in St.Vit, weil die Schleuse wegen Mittagspause geschlossen ist. Nachmittags geht es gut vorwärts und wir hoffen am Abend noch den 1.Tunnel zu erreichen. Schon kommt das erste Abenteuer:

Schleuse 57, die letzte vor dem Tunnel erreichen wir rechtzeitig um abends noch den Tunnel zu erreichen. Wir fahren gemächlich in die offene Schleuse - dort müssen wir eine Stange bewegen, damit der Schleusenvorgang in Gang gesetzt wird. Wir machen alles vorschriftsmässig und .....leider passiert nichts. Irgendwann nach längerer Wartezeit klingelt das Telefon am Schleusenhäuschen. Fränzi versucht es mit der Kommunikation aber leider ist die Verbindung so schlecht, dass damit auch nichts klarer wird. Nach längerer Wartezeit rufen wir die Basis in Dole an. Vom Basispersonal erfahren wir, dass wir schon geortet wurden und das Problem beim Personal der "Voies navigables..." bekannt ist, aber im Moment Personalmangel herrscht und wir auf jeden Fall 30 - 45 Minuten warten müssen. Es kommt schon nach 20 Minuten ein Mann, der sich im reparieren versucht. Wir sind immer noch überzeugt, dass wir am Abend noch die Schleuse passieren können. Dann gibt es eine unerwartete Wendung: Es kommt ein Lastkahn, der fast in die Schleuse reinfährt. Es wird uns ganz schön mulmig. Er verhandelt mit dem reparierenden Schleusenwärter - nach längerem Palaver kommt er zu uns und erklärt uns, dass wir aus der Schleuse rausfahren sollen, denn er hat Vorfahrt.

Jetzt kommt ein schwieriges Schleusenmanöver: rückwärts aus der Schleuse raus dann umdrehen und am Lastkahn vorbei. Hilfe, Hilfe, da kommt noch so ein Kahn....Aber Andy - ein "neuer" Steuermann schafft das mit Bravour. Wir suchen uns eine schöne Anlegestelle vor der Schleuse und haben dann herrliche Abendsonne. Ein schönes Abendessen und Taichi auf dem Treidelweg, der Schleusenwärter kommt auch noch einmal vorbei um uns mitzuteilen, dass der Lastkahn morgens um 7 Uhr die Schleuse passieren wird. Es wird ein lustiger Abend mit Gemüserisotto, Käse und tollem Rotwein.

 Ostersonntag 20.4.03

Nach einem tollen "Osterfrühstück" kommen wir dann tatsächlich um 8 Uhr los. Oje der Steg ist dreckig - nach der übernächsten Schleuse gibt es Wasser, da werden wir tanken und schrubben.

Und tatsächlich direkt nach der Schleuse kommt ein Häuschen mit Wasserschlauch. Ein kleines Problem, die Verbindug der Schläuche passt nicht - aber auch dieses Problem lösen wir einfach toll! Irgendwann kommt kein Wasser mehr, Gerlinde rennt rein und wird nass, denn der Schlauch hat sich vom Wasserhahn gelöst und es spritzt wild in der Gegend herum.

In der Zwischenzeit lädt der Akku der Kamera im Schleusenhäuschen - der Schleusenwärter ist sehr nett und auch gesprächig. Er erzählt, dass auch im Sommer wenig Boote vorbei kommen. Das können wir so gar nicht verstehen, denn es ist hier landschaftlich einfach toll.

So, jetzt ab in den Tunnel: Wichtig erst das Licht anschalten. Der Tunnel ist 4,10 m hoch und hat 2,88 m Tiefgang, er ist 185 m lang und gleich nach der Ausfahrt kommt eine 90 Grad Kurve. Es ist ratsam beim Durchfahren zu hupen. Damit ein eventuell entgegenkommendes Boot gewarnt ist.

Nach einem kleinen Kanalstück kommt jetzt wieder der Doubs - hier ist es wichtig die Abstandsschilder zu beachten. Noch 2 Schleusen dann sind wir auf dem Rundkurs um Besancon.

 

Es ist einfach toll, man kann mit dem Boot durch die Stadt fahren. Wir fahren am Hafen vorbei und stellen fest, dass genügend Platz für uns da ist, denn wir wollen am Abend da anlegen.

Gleich nach dem Hafen ist eine Schleuse mit Selbstbedienung - das heisst auch selbst kurbeln. Andy und Gerlinde machen sich auf den Weg. Schleusentore zu und Klappe auf, denn die Schleuse soll geleert werden. Aber irgendwie klappt es nicht....ojemine die hinteren Klappen waren nicht zu, da hätten wir lange warten können. Ein typischer Anfängerfehler für Gerlinde schon sehr blamabel, denn sie war schon öfters Boot fahren - morgen kommen wir ja wieder hier vorbei, da werden wir das besser machen.

Kurz nach der Schleuse finden wr die Einfahrt zum Tunnel - das ist der 2. Tunnel auf unserer Strecke aber wir beschließen noch ein Stückchen weiter zu fahren. Schade, dass wir am 2. Tag doch so viel Zeit verloren haben, denn sonst hätten wir auch noch die Landschaft hinter Besancon entdecken können. Da wir übermorgen das Boot abgeben müssen, drehen wir schweren Herzens um und fahren "brav" in den Tunnel. Dann noch eine Runde um im Hafen anzulegen für die Nacht. Wir machen noch einen Spaziergang in die Altstadt und suchen uns ein Lokal zum Abendessen. Es war Sonntagabend und viele Restaurants hatten zu. Wir finden eines und essen schlecht und teuer. Unser Essen an Bord ist auf jeden Fall um Klassen besser.

!Ostermontag 21.4.03

Start um 9 Uhr. Oje das Ausflugsboot ist vor uns. Elke und Gerlinde helfen an der Schleuse - sehr zur Freude des Kapitäns der ihnen mit der Trompete den "Marsch bläst". Er kommt dann sogar von Bord um die Beiden richtig "einzuweisen". Nach der "Doppelkurbelei" sind Elke und Gerlinde etwas geschafft..."das artet ja fast in Arbeit aus".

An der Schleuse nach dem Tunnel, den wir gestern schon mal passiert haben, gibt es ein kleines Problem an der Schleuse. Andy wurde wohl nicht richtig eingewiesen, denn er bindet das Seil beim Abwärtsschleusen um den Poller und das Boot hängt fast schief ...glücklicherweise bekommt er es rechtzeitig wieder weg, bevor etwas Schlimmeres passiert.

.Nach der kleinen Mittagspause fahren wir weiter und schon wieder eine kleine Katastrophe - Bootfahren ist auf jeden Fall NICHT langweilig.. Wir fahren nichtsahnend in die Schleuse, die Schleusenwärterin schaut kurz und macht sich dann  "vom Acker". Aber o Schreck, die Tore schließen nicht richtig. Wir gehen langsam runter aber die Schleusentore vorne gehen nicht auf,  weil hinten das Wasser reinschießt. Da Feiertag ist gibt es nachmittags viele Zuschauer, die uns beobachten. Irgendwann ruft einer die Schleusenwärterin an.

Sie kommt angedüst, lässt wieder Wasser rein und macht die Schleusentore mehrmals auf und zu, bis sie ordentlich schließen. Endlich kann das Wasser abgelassen werden. Als die Schleuse leer ist, sieht man den "übeltäter", es ist ein Stück Wurzel. Wir fahren ganz nach hinten und helfen der Schleusenwärterin die Wurzel auf ihre "ellenlange" Gabel aufzuladen. Alle Zuschauer sind begeistert von der gelungenen Aktion.

Dienstag 22.4.03

Schon der letzte Tag denn heute Nachmittag um 15 Uhr werden wir das Boot abgeben. Das Wetter ist so prächtig, dass man sogar an Deck im Badeanzug liegen kann.

Im Schatten ist es kühler aber da kann man sich ja einfach zudecken. Ein gemütlicher Tag mit strahlendem Sonnenschein und wir sind alle schon etwas traurig, dass heute unsere gelungene Osterreise schon zu Ende sein soll.

Pünktlich um 15 Uhr geben wir das Boot ab und machen uns auf den Weg nach Hause.

 

Bis zum nächsten Mal...alle wollen auf jeden Fall wieder so eine Reise machen.