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Gerlinde Ruff Karin Kneissl
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Seit 1994 gibt es die Agentur Ruff Bootsreisen. Bei uns werden Sie individuell und persönlich beraten.
Wir werden alles tun, um das optimale Boot und die richtige Bootstour für Sie zu finden.
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Hausboot-Kalender zum Ausdrucken

Kalender
Reiseberichte | Canal du Nivernais
 

Eine Hausbootfahrt auf dem
Canal du Nivernais / Burgund


Start / Ziel

Baye - Baye der höchste Punkt des Canal du Nivernais

Schleusen

 

KM

 

Besonderheiten

Der Canal du Nivernais ist einer der schönsten Kanäle Frankreichs


Wir - Rainer, Gerlinde und die Kinder Jan-Philipp (12), Julia (9) und Jenny (6 Monate) - sind schon eine etwas ungewöhnliche Familie. 14 Tage vor Beginn der Sommerferien haben wir beschlossen eine Hausbootfahrt im Burgund zu machen. Wir haben mit einem Veranstalter gefaxt, es gab ein Boot und ein Termin. Kurz entschlossen - auch weil der Preis für uns in Ordnung war - haben wir zugesagt und gehofft, daß diese Reise für eine Familie in unserer Konstellation (das Baby fällt etwas aus dem Rahmen) eine schöne, interessante, abenteuerliche und auch erholsame Reise wird. Um das Ergebnis vorwegzunehmen: Erholsam war es nicht so sehr - alles andere hat unseren Erwartungen mehr als entsprochen.

Am Freitagabend - wir haben das Boot von Samstag bis Samstag gemietet - haben wir das Auto gepackt. Die erste Schwierigkeit: Mit dem Kinderwagen, der unbedingt mit mußte, war der Kofferraum schon fast voll. Also haben wir systematisch aussortiert, was man nicht unbedingt benötigt. Jan-Philipp (12) war schon etwas irritiert, daß er nicht alles - für jeden Tag ein neues T-Shirt - mitnehmen konnte. Seine Haarkosmetik-Produkte hat er erfolgreich verteidigt. Als jeder etwas von seinen Kleidungsstücken aussortiert hatte, ging trotz Babynahrung und Lebensmittel für die ersten Tage alles in den Kofferraum. Am nächsten Morgen um 9 Uhr sind wir mit einem schreienden Jenny-Baby gestartet. Auf der Fahrt war sie ein Traumkind, denn sie hat fast die ganze Zeit geschlafen.

Zwischen 16 und 18 Uhr sollten wir das Boot in Baye - einem kleinen Ort am Canal du Nivernais - übernehmen. Um 17 Uhr 30 waren wir in Chatillon en Bazois. Dort haben wir drei Franzosen nach dem Weg gefragt, der Dritte konnte uns dann weiterhelfen. Endlich haben wir ein Schild nach Baye gefunden. Die Straßen wurden immer enger, die Landschaft war weich und hügelig und ähnelte sehr der Landschaft in Südengland. Immer wieder kam ein Haus oder ein einsames Gehöft aber ein Kanal war nirgends zu sehen.
Wir haben uns dann ausgemalt, wie es wäre, wenn nach der nächsten Kurve ein moderner Hafen wie eine Fata Morgana aus dem Nichts erschiene. Danach fuhren wir über eine kleine Brücke und ein großes, futuristisches Holzgebäude - ein Hangar mit Fenstern, die aussehen wie Bullaugen - erhob sich vor uns. Es war gespenstisch. Gleich hinter diesem Gebäude war ein See und dort lagen Hausboote. Wir wurden nett empfangen und haben gleich unser Boot die Aigle Royale übernommen. Die Raumaufteilung war etwas schwierig, denn das Baby sollte gleich neben den Eltern schlafen falls es nachts schreit.

Wir haben uns dann geeinigt: Julia und Jan-Philipp waren im Vorschiff, jeder hatte eine eigene Kabine. Im hinteren Teil des Schiffes gab es für die Eltern ein schönes Doppelbett und gleich daneben eine Kabine für das Baby. Mit Kinderwagen und Taschen haben wir für Jenny Barrikaden gebaut, damit sie nicht aus dem Bett fallen kann.
Erledigt sind wir dann in die Kojen gefallen. Am nächsten Morgen um 6 Uhr hat uns Jenny schon geweckt. Da es so früh am Morgen etwas kühl war, hat der heiße Kaffee und das frische Brot uns super geschmeckt.

Gleich nach dem Frühstück kam ein Mann von AMICA TOURS, um uns die Funktionen des Schiffes zu erklären und uns zur ersten Schleuse zu begleiten. Die erste Schleuse war schon sehr aufregend. Kurz vor dem Abspringen hat uns der Mitarbeiter von AMICA TOURS noch erklärt, wo die 2 Nägel und der Hammer für das Anlegen sind. Später - nach dem ersten Anlegemanöver - haben wir dann verstanden, daß es wirklich so einfach ist: Man fährt rechts ran mit dem Boot, einer springt an Land, hält mit dem Seil das Boot, ein zweiter befestigt an den eingeschlagenen Nägeln das Seil und schon ist man fertig.

Nach dem erfolgreichen Passieren der ersten Schleuse waren wir auf uns allein gestellt. Nach 2 weiteren Schleusen, die wir ohne Schwierigkeiten fast wie Profis genommen haben, war rechts eine Anlegestelle und da haben wir Parken geübt. Danach war eine Pause fällig, denn Hausbootfahren macht hungrig. Gestärkt und voller Tatendrang wollten wir weiter, allerdings gleich um die Ecke kam schon wieder eine Schleuse - und die hatte zu: Mittagspause. Es ist einfach besser wenn man die Unterlagen, die man bekommt auch sorgfältig durchliest, dort stehen die öffnungszeiten der Schleusen: 8 bis 12 Uhr und 13 bis 19 Uhr. So kamen wir zu einer 2. Mittagspause.

Die Gegend war sehr schön und links vom Kanal war ein kleiner See und Ferienhäuschen aus Holz. Später haben wir dann erfahren, daß man diese Häuschen mieten kann. Das Passieren der "Dreier-Schleuse" dauerte etwas, denn vor uns waren zwei Boote und von der anderen Seite kamen auch welche. Irgendwann hatten wir es auch geschafft und waren überglücklich, daß ein Schwimmbad kam und wir uns dort abkühlen konnten. Zu diesem kleinen Schwimmbad gehörte ein Kiosk mit einigen Tischen. Es war sehr nett und erfrischend dort.

An diesem Tag sind wir bis kurz vor Chatillon en Bazois gekommen und haben dort an einem schattigen Platz angelegt. Die großen Kinder sind mit dem Baby an Bord geblieben und wir Erwachsenen sind mit dem Rucksack zum Einkaufen in den Ort geradelt. Da es Sonntag war, hatte der Supermarkt geschlossen, aber in einer Bar gab es kühle Getränke und beim Bäcker Schokoladenkuchen.

Am Montagmorgen - nach dem Auffüllen unserer Lebensmittelvorräte - sind wir weitergetuckert. Am zweiten Tag ging alles schon besser: Wir haben zur richtigen Zeit Mittagspause gemacht, an der Schleuse klappte alles besser. Wir waren jetzt schon erfahrene Hausbootfahrer! Kurz nach Schleuse 21 in Fleury kam zum richtigen Augenblick - denn es war unerbittlich heiß - ein schöner Badesee. Das Wasser war sehr erfrischend und alle - auch Jan-Philipp, obwohl er große Bedenken hatte - stürzten sich in den See. Auch für das Baby haben wir eine tolle Badewanne gefunden. An dem See war eine Anlage mit Dusche, Umkleidekabinen und auch einem Geschirrspülbecken, das hatte die richtige Größe und Jenny lachte und strampelte vor Freude.

Am nächsten Tag in Cercy-la-Tour hat uns ein Mann von der Nautik-Station bei unserem Kühlschrankproblem geholfen. Es war ein Gaskühlschrank und es war eigentlich nur eine Kleinigkeit, wenn man sich damit auskennt. Er hat uns dann genau die Funktionsweise erklärt, falls die Flamme wieder ausgeht. An der Nautikstation haben wir dann auch noch mit AMICA TOURS telefoniert und unserern Urlaub um 4 Tage verlängert, denn die Art zu reisen fanden wir einfach toll. Beim Auffüllen unserer Wasservorräte haben wir dann eine tolle Spritzaktion veranstaltet, denn es war so heiß!

Gleich hinter der nächsten Schleuse war dann ein Freibad. Es war nett kleine, recht neu und hatte eine Wasserrutsche. Für die Kinder war es ein toller Spaß. Am Abend durften die großen Kinder ihr Essen selbst kochen, das Baby ist schnell eingeschlafen und so konnten wir Eltern beruhigt ausgehen.
 

Fortsetzung folgt