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Gerlinde Ruff Karin Kneissl
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Hausboot-Kalender zum Ausdrucken

Kalender
Reiseberichte | Canal de la Marne a la Saone
 

Eine Hausbootfahrt ab
Pontailler s/Saône an Ostern 2001


Start / Ziel

von Pontailler nach Fontaine Francaise und zurück

Schleusen

26

KM

78

Besonderheiten

Der Canal de la Marne √† la Saône hat sehr viele Schleusen...ist aber sehr interessant als Fahrstrecke.


Karfreitag 13.04.2001

Auf dem Weg zu einem Bootswochenende ohne Kinder, ohne Verantwortung ...

Drei Frauen mit Gepäck für zwei Wochen auf dem Weg nach Frankreich -  eine tolle Crew.

Zwei Wochen vorher - bei strahlend warmem Wetter haben wir die Entscheidung getroffen: Ein nicht so großes Boot - damit es manövierbar bleibt auch mit wenig Erfahrung - haben wir bestellt und die Vorfreude war schon groß.

Der Wetterbericht  die Tage davor war  immer spannend... Freitag, Samstag und Montag war ganz gut angekündigt, nur der Ostersonntag eher als einen Regentag. Es ist noch früh im Jahr und außerdem April - in dieser Jahreszeit ist das normales Wetter.

Auf jeden Fall war die Anfahrt 4 1/2 Stunden ohne nennenswerten Stau und bei strahlendem Sonnenschein, nur etwas kalt, so sind wir in Pontailler angekommen.

Etwas erstaunt waren wir schon über den Wasserstand der Saône, aber da ich vorher keine Info vom Vermieter erhalten hatte, war eigentlich klar, daß das kein Problem sein konnte.

überrascht war ich auch, daß das bestellte Boot nicht im Hafen war ... und noch sonderbarer, es gab eine Anlegestelle an der Saône und nicht im netten kleinen Hafen ... und wie sieht denn die Hafeneinfahrt aus?? Da kann doch wegen Hochwasser kein Boot mehr reinfahren ohne oben anzustossen.
Wir waren schon sehr gespannt, welche Infos wir bekommen würden. Patrick - der Basisleiter - berichtete, daß das Hochwasser erst am Morgen mit dieser Wucht kam - eigentlich war es schon weg - und dass unser Boot eine halbe Tagesreise oberhalb vor einem Schleusentor festsitzt und man nicht weiss, wann es wieder weiterfahren kann ... aber im Moment wird ein größeres Boot für uns fertig gemacht. Auf jeden Fall kann man, wenn die Saône weiterhin Hochwasser hätte, eine halbe Tagesreise weiter oben in den Canal de la Marne √† la Saône reinfahren.
    - Das Abenteuer war wieder einmal vorprogrammiert.
    - Hausboot fahren ist einfach etwas Besonderes.
 

 

Ca. um 16.00 Uhr haben wir dann das größere Boot - eine Tarpon 42 -  bezogen. Drei Frauen - ein Boot mit vier Schlafkabinen - auch nicht schlecht. Jeder hat eine große eigene Kabine - aber wie wird das wohl mit dem Steuern bei dieser Strömung und dem Wind auf der Saône. Patrick hat eine Einweisung gemacht und ist mit uns losgefahren - mannomann war das eine Strömung, wir hatten das Gefühl das Boot kommt überhaupt nicht vorwärts - der Fahrtwind war ziemlich kalt und als wir festgestellt haben, dass das Vorwärtskommen so schwierig ist, haben wir umgedreht und Patrick hat das Boot an einem anderen Boot angelegt. Danach konnten wir bequemer über das andere Boot an Bord - wir werden die Nacht doch in Pontailler verbringen und am nächsten Morgen entscheiden, je nachdem, ob die Saône wieder offen ist, die wir fahren wollten.
 

Samstag, 14.04.2001

Eigentlich war die Strecke Pontailler - Gray und wieder zurück geplant, auch wegen der geringen Schleusenanzahl - aber wir waren alle drei guten Mutes - die Nacht an Bord war etwas kalt. Dorothea war sehr früh unterwegs, um frisches Brot zu holen ... sie war lange unterwegs und berichtete begeistert ... Markttreiben in Pontailler, Besuch in der Kirche, toller Spaziergang, interessante Begegnungen beim Bäcker ... soviel kann man so früh in Pontailler erleben ... Nach einem reichhaltigen und erholsamen Frühstück und den Infos, dass die Saône 13.30 Uhr aufgemacht werden soll ... Um 10.00 Uhr haben wir losgemacht - das Wasser war um einen Meter gefallen - das war für uns ein gutes Zeichen. Nach einer guten halben Stunde sehr schöner Fahrt auf der sehr breiten Saône war die erste Schleuse in Sicht ... da die Schleusentore zu waren, haben wir links an einer Säule (extra für das Anlegen vor der Schleuse dort errichtet) angelegt. Es hat ganz gut geklappt und Dorothea ist dann zur Schleuse vor, um mal nachzufragen ... das hat sehr gut auch ohne Französischkenntnisse geklappt, sie erzählte strahlend, dass sie französisch gucken kann ...
 
 

In die Schleuse reinzukommen, war dann die größere Schwierigkeit ... die Strömung war ziemlich stark ... nach längerem "rumeiern" sind wir supertoll ohne Berührung der Schleuse wie die Profis eingefahren. Unsere 1. Schleuse war aufregend, aber alles hat prima geklappt. Der Schleusenwärter hat uns nochmal erklärt, daß die Saône-Schleuse weiter oben zu ist. Er war erleichtert, daß wir uns für den Canal de la Marne √† la Saône entschieden haben. Gleich - unmittelbar nach der Schleuse - ging es links ab und schon nach 100 m in die 2. Schleuse, aber nach der erfolgreichen Passage der ersten Schleuse war diese Aussicht kein Problem mehr ... der Schleusenwärter hat uns schon erwartet ... nahm die Seile und half, das Boot festzumachen.
 

Der schmale Kanal schlängelt sich romantisch ... rechts und links kleine Dörfchen und manchmal ein verfallenes Schloss oder ein altes Kirchchen. Die folgenden 5 Schleusen waren einfach und problemlos in der Passage, die Manöver klappen immer besser ... dann kommt die nächste Herausforderung ... eine Schleuse in Sicht und plötzlich ein Stahlboot mit 2 Ankern vorne, es kommt sehr langsam ... Wir legen vorsorglich an, um zu warten, bis wir in die Schleuse fahren können ... es war ein ellenlanges Frachtschiff und es war ein Glück, das Boot seitlich am Kanal zu haben, denn der Sog dieses Bootes hätte uns aneinander gepresst - dem Stahlboot wäre bestimmt nichts passiert, aber uns -.  Also war wieder mal einer oder alle beide Schutzengel in Aktion ... nach dieser Erfahrung waren wir bei den nächsten dieser Begegnungen vorgewarnt ... es kamen uns noch 2 solcher Frachtschiffe entgegen. Abenteuer und etwas positiver Streß ist bei der Kanalpassage immer inbegriffen ... bis zum Abend  hatten wir noch eine sehr mürrische Schleusenwärterin, die sehr missgelaunt ihren Job gemacht hat und kopfschüttelnd unsere Schleuseneinfahrt und Dorotheas Treppenaufstiege kommentierte... Wir ließen uns unsere gute Laune nicht vermiesen ... insgesamt ein toller Tag ... 12 Schleusen ... strahlendes etwas kaltes Wetter.

Um 19.30 Uhr haben wir zwischen Schleuse 33 und 32 angelegt und gemütlich in unserem warmen Boot unser Abendessen genossen. Um 22.30 Uhr sind alle 3 todmüde ins Bett gefallen ... Am folgenden Tag - Ostersonntag - alle Schleusen geschlossen - endlich ein bisschen Zeit zum Ausruhen - Nieselregen - heute sind wir froh nicht losfahren zu müssen - trotz Nässe von oben haben wir uns entschlossen die Fahrräder auszuprobieren und schon geht es los mit Regencape und Kapuze, ca. 6 km zu dem Ort Fontaine-Francaise. Erst am Kanal entlang, dann links ab durch den Wald und etwas den Berg hoch ... mit den Mieträdern - ohne Schaltung etwas mühselig. Völlig durchnässt im Ort angekommen, finden wir sofort einen Bäcker ... die Verkäuferin dort war sehr nett . .. sie legt uns ein Brot zurück .. das wir nach unserem Kneipenbesuch abholen können. Die Dorfkneipe war originell und gemütlich, nach Tee und Kir ... machen wir uns fröhlich auf den Weg ... der Heimweg geht schneller ... es geht den Berg hinunter ... triefend vor Nässe wieder im Boot - ein heißer Tee und uns geht es wieder gut.  Plötzlich mitten beim gemütlichen Teetrinken merken wir, dass das Boot hinten los ist und es sich dreht ... schnell raus, Nägel neu reinschlagen und das Boot vollends drehen ... wir müssen ja morgen wieder zurück ... nach dieser Aktion wieder mal naß ... aber glücklich im warmen Boot ... die Heizung funktioniert bei laufendem Boot wirklich gut!

 

 

Ostermontag, 16.04.2001

Heute war früh aufstehen angesagt, es lagen 12 Schleusen vor uns und das Boot muß vor 15.00 Uhr in Pontailler sein. Um kurz nach 7 Uhr, nach einem gemütlichen Frühstück, ging es los. Gott sei Dank regnete es nicht mehr - es war auch nicht mehr so kalt.
So und jetzt mussten wir lernen wie man abwärtsschleust - eine neue Herausforderung.
Gleich die erste Schleuse war zu - obwohl wir uns auf ca. 8 Uhr angekündigt hatten. Also anlegen und eine mußte zum Schleusenhäuschen laufen - Elke war dran, es dauerte eine ganze Weile, bis eine gut genährte Dame mit "J'arrive" herausgestürmt kam. So nun konnte das Abwärtsschleusen beginnen ... Dorothea war dran mit "springen und bremsen" ... sie bremste immer "wie wild" und war etwas pikiert, dass wir alle ausstiegen und sie nicht das Kommandeo außerhalb des Bootes hatte ... die ersten 5 Schleusen gingen ganz gut und erst danach fing es wieder an zu regnen. Da wir ziemlich spät dran waren, haben wir während der Fahrt die Reste vom Vortrag gegessen - es hat in die Teller geregnet, aber das hat uns so gut wie nichts ausgemacht. Es war schön - ein toller Trip!!! Der Frauen bzw. Weibertrip an Ostern 2001, wir waren uns einig, das müssen wir unbedingt wiederholen, obwohl Elke meinte, dass etwas weniger Schleusen, und Dorotheas Bedingung etwas mehr Schleusen waren - also wir werden sehen.

 

Vor der letzten Schleuse - bei der Abbiegung in Richtung Saône war plötzlich Rotlicht - Durchfahrt verboten angezeigt. Also wieder anlegen und da sich mit dem Licht so gar nichts tat, habe ich mich auf den Weg gemacht - durch Nässe und Dreck über eine gesperrte Brücke zur Schleuse - als ich da war, hat der Schleusenwärter gerade die Tore geöffnet. Auch unsere letzte Schleuse war bald passiert und dann kam die letzte Herausforderung auf die "Hochwasser-Saône" und bei starker Strömung anlegen, aber auch das klappte prima. Patrick kam aus der Basis und machte Zeichen, dass wir in den kleinen Hafen von Pontailler einfahren sollen - dort ist vor einigen Tagen ein "Nicols -Boot" voll mit dem Oberteil an die Brücke geknallt und hat dabei einige Macken abbekommen.

Patrick stieg als Lotse auf unser Boot und fuhr "profihaft" in den Hafen ein und parkte rückwärts. So schnell war nun unsere Reise zu Ende - eine wirklich tolle Erfahrung für alle drei Weiber - und wir waren uns einig - wir werden so eine Reise wiederholen!